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Tam-Tams aus Kivu

Das Krankenhaus von Walungu - März 2006

Die Straße, die nach Walungu führt, ist nichts als ein matschiger, mit Löchern übersäter Weg; die Fahrkünste der kongolesischen Fahrer sind hier besonders gefordert! Eine Fortbewegung ohne Geländewagen ist hier unmöglich! Walungu befindet sich 40 Kilomenter südwestlich von Bukavu, der Hauptstadt des Südkivu, einer herrlichen Hügellandschaft, die zum großen See führt. Unterwegs steigen hier und da Krankenschwestern in den Wagen oder eine hochschwangere Frau. Noch zwei Stunden Buckelpiste…

Wir kommen in Walungu an. Die orangefarbenen Gebäude des Gesundheitszentrums befinden sich auf einer bewaldeten Fläche, in der Ferne ist der Mulume Munene sichtbar, ein wunderschöner, grünschimmernder Berg. Die Hütten, Häuser, die Kirche und einige kleine Geschäfte umsäumen das Krankenhaus.

Dieses selbst ist gut konzipiert worden: Es besteht aus Pavillons, die durch überdachte Pfade verbunden werden, was bei diesem Klima auch notwendig ist : Eine brennende Sonne wechselt sich mit Regengüssen ab. Die Patienten werden auf antiquierten Tragen transportiert. Im sogenannten Biniola leben die werdenden Mütter in Gemeinschaft : Wohnen, Kochen und auch die entspannten Augenblicke werden zusammen verbracht und frau frisiert sich gegenseitig. 

Das Krankenhauspersonal muss beständig improvisieren ; die Helfer sind für die Nachtwachen zuständig und sind ständig überlastet. Die frisch operierten Patienten müssen gepflegt werden (Pritonitis, offene, infizierte Wunden und Risse) und es gibt auch viele Malariapatienten. Ein Flur ist ausschliesslich für unterernährte Kinder vorgesehen. Ein Pilotprojekt ist der Gemüsegarten: Er versorgt die Patienten mit Bohnen, Karotten, Kohl, Fenchel, Kartoffeln und allen erdenklichen frischen Gemüsen, die hier bei dem Klima prächtig gedeihen! 

In der Apotheke wird das Wasser sterilisiert, Zucker und Salz werden auf der Waage dosiert und gewogen und Infusionen werden präpariert. Der Prozentsatz unerwünschter Reaktionen auf diese Dosierungen ist sehr gering und beweist, wie effektiv hier mit kleinen Mitteln gearbeitet wird! Dies gilt auch für die postoperativen Infektionen, die selbst im Vergleich zu unserem Umfeld verschwindend gering sind. 

Das Labor besteht lediglich aus einem kleinen Raum, ausgestattet mit einem Regal, wenigen Reagenzien und Minimalausstattung. Dadurch können nur Basistests durchgeführt werden, was die Ärzte und deren Diagnostik unter höchste Belastungen stellt. Das Pflegepersonal und die Ärzte sind somit oft auf ihre Erfahrung und Intuition angewiesen. Nur wenige Patienten können für ihre Behandlungen zahlen, dies obwohl die Preise nach unseren Vorstellungen sehr niedrig sind: 8 $ US für eine Niederkunft, 40 $ für einen Kaiserschnitt oder andere geringere operative Eingriffe. Für Endoskopien müssen die Patienten nach Bukavu.

Trotz all dieser Widrigkeiten werden wir mit Freundlichkeit und einem Lächeln empfangen. Vom Direktor der Klinik bis zum Verantwortlichen der Wäschebevorratung nimmt sich jeder die Zeit für Erklärungen und alle geben ihr Bestes, um das Krankenhaus am Laufen zu halten. Freundschaften werden schnell geschlossen. Man kennt sich. Bei euch da unten, in Europa und hier im Südkivu verfolgen alle das gleiche Ziel und dies mit der gleichen Energie und Entschlossenheit. Kurzum : Wir sind solidarisch!

Im Namen aller Mitarbeiter : Vielen Dank!

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